Frankenbahn Würzburg–Stuttgart KBS 780 — Strecken-Übersicht
Streckenprofil der Frankenbahn als KBS 780 zwischen Würzburg und Stuttgart: 197 km, durchgehend zweigleisig elektrifiziert, IC- und RE-Bedienung.
Die Frankenbahn verbindet als 197 Kilometer lange Hauptstrecke Würzburg mit Stuttgart und ist damit eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im süddeutschen Bahnnetz abseits der Schnellfahrstrecken. Diese Strecken-Übersicht ordnet Geschichte, Technik, Betriebsstellen und betriebliche Nutzung 2026 ein.
Geschichte und Linienführung
Die Frankenbahn wurde 1866 als Teil des Streckennetzes der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahn eröffnet. Bauherr war die württembergische Staatsbahn, die Linie sollte Stuttgart über das nördliche Württemberg an das damals preußisch-bayerische Würzburg anbinden. Die Strecke folgt im Wesentlichen dem Tauber-Tal nördlich von Lauda und durchquert anschließend das Kocher- und Neckar-Tal in Richtung Heilbronn und Stuttgart.
Die Strecke ist auf voller Länge zweigleisig und wurde zwischen 1974 und 1991 abschnittsweise mit 15 kV / 16,7 Hz elektrifiziert. Damit gehört sie zum elektrifizierten Stammnetz der DB und ist sowohl für Personen- als auch für Güterverkehr durchgehend nutzbar.
Technische Eckdaten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Streckennummer (KBS) | 780 |
| Länge | 197 km |
| Zweigleisigkeit | durchgehend |
| Elektrifizierung | 15 kV / 16,7 Hz |
| Höchstgeschwindigkeit | bis 160 km/h |
| Eröffnung | 1866 |
| Verkehrsarten | Fernverkehr (IC 26), Regionalverkehr (RE 8), Güterverkehr |
Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h gilt allerdings nur auf den langen Geraden-Abschnitten — vor allem im Mittelteil zwischen Lauda und Crailsheim und im Abschnitt zwischen Heilbronn und Stuttgart. In den Tal-Lagen und durch die größeren Bahnhöfe ist die zulässige Geschwindigkeit deutlich reduziert.
Betriebsstellen und Streckenabschnitte
Die Frankenbahn lässt sich in drei betrieblich klar unterscheidbare Abschnitte gliedern.
Abschnitt Nord: Würzburg Hbf — Lauda
Der nördliche Abschnitt beginnt in Würzburg Hauptbahnhof und führt durch das Tauber-Tal. Zwischenhalt ist unter anderem Lauda, ein historischer Eisenbahnknoten, in dem die Frankenbahn die Tauberbahn (KBS 781) und die Strecke nach Bad Mergentheim kreuzt. Lauda wurde im 19. Jahrhundert als Eisenbahn-Stadt aufgebaut und ist heute Verkehrshalt mit Bedeutung für den Regionalverkehr.
Abschnitt Mitte: Lauda — Crailsheim — Schwäbisch Hall
Zwischen Lauda und Crailsheim liegen die geographisch höchsten Punkte der Strecke; der Trassierungs-Charakter wechselt von Tal-Lage zur Hochfläche. Crailsheim ist ein Knotenbahnhof mit Anschluss an die Strecke nach Nürnberg (Hohenlohebahn-Anschluss) und Aalen (Obere Jagstbahn). Die Linie führt anschließend nach Schwäbisch Hall-Hessental, einem Trennungsbahnhof.
Abschnitt Süd: Heilbronn — Stuttgart Hbf
Im Süden durchquert die Frankenbahn das Neckar-Tal und erreicht über Heilbronn Hbf den Stuttgarter Vororts-Bereich. Heilbronn ist nach Würzburg und Stuttgart der größte Knoten der Strecke und gleichzeitig Stadtbahn-Endpunkt der Heilbronner Stadtbahn. Der südliche Abschnitt zwischen Bietigheim-Bissingen und Stuttgart ist auf voller Länge ausgebaut und wird durch IC-, RE- und S-Bahn-Züge dicht befahren.
Verkehrsbedienung 2026
Fernverkehr: IC-Linie 26
Die wichtigste Fernverkehrs-Bedienung ist die IC-Linie 26 (Frankfurt — Würzburg — Stuttgart). Auf dieser Linie verkehren Intercity-Züge im 2-Stunden-Takt mit Halt unter anderem in Lauda, Bad Mergentheim, Crailsheim, Schwäbisch Hall-Hessental und Heilbronn. Die IC-26 ist 2026 mit IC-2-Doppelstockwagen und mit lokbespannten IC-Zügen unterwegs.
Regionalverkehr: RE 8 und Verstärker
Die durchgehende Regionalexpress-Linie RE 8 Würzburg — Stuttgart verbindet die Endpunkte mit einem Standard-Zwei-Stunden-Takt, der in Stoßzeiten zum Stundentakt verdichtet wird. Im Nahbereich Stuttgart kommen weitere RE- und RB-Verstärker dazu. Die Verkehre werden seit den 2010er Jahren wettbewerblich vergeben, auf der Frankenbahn ist seit 2019 ein bwegt-Verbund-Konzept aktiv.
Güterverkehr
Die Frankenbahn ist Teil eines wichtigen Güterverkehrs-Korridors zwischen Nordbayern und dem Stuttgarter Raum. Insbesondere im Abschnitt Crailsheim — Heilbronn sind nachts Güterzüge mit Containern und gemischter Ladung Standard.
Foto-Punkte und Streckendokumentation
Für Eisenbahn-Fotografinnen und -Fotografen sind einige Abschnitte der Frankenbahn besonders ergiebig:
- Lauda Bahnhof: Klassisch süddeutscher Eisenbahn-Knoten mit Empfangsgebäude im historischen Bestand.
- Möckmühl: Die Streckenführung an der Jagst bietet Auf- und Untersichts-Standorte aus dem Tal.
- Bad Friedrichshall: Brückenquerung des Neckars in Sichtachse mit dem alten Stadtkern.
- Bietigheim-Bissingen: Hoher Bahndamm im Stadtbild, gut von Brücken-Standorten zu fotografieren.
Wichtig: Die Strecke ist auch 2026 fast durchgehend zweigleisig, daher sind Aufnahmen ohne ablenkenden Gegenzug zeitlich planbar — die Fahrpläne der IC-26 und der RE 8 sind regelmäßig und prognostizierbar.
Sanierungs- und Ausbau-Diskussion
Anders als bei der parallel verlaufenden Schnellfahrstrecke Mannheim — Stuttgart oder der Gäubahn (KBS 740) ist die Frankenbahn 2026 nicht im Fokus großer Ausbau-Programme. Die Strecke ist im Bestand stabil, die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ist durchgängig erreichbar, und die Elektrifizierung ist vollständig.
Diskutiert wird im langfristigen Ausbau (BVWP-Folgeplanung) der Knoten Heilbronn, dessen Kapazität für die Verzahnung von Fern-, Regional- und Stadtbahn-Verkehr an Grenzen stößt. Konkrete Bau-Maßnahmen sind 2026 noch nicht im Bau, aber in Planung.
Bewertung der Strecke
Die Frankenbahn ist ein lehrreiches Beispiel für eine süddeutsche Hauptstrecke des 19. Jahrhunderts, die durch konsequente Elektrifizierung und Zweigleisigkeit auch im 21. Jahrhundert ohne Schnellfahr-Ausbau leistungsfähig bleibt. Der IC-26 nutzt diese Substanz; der Regionalverkehr profitiert davon. Für die Eisenbahn-Dokumentation ist sie eine Strecke mit stabiler Topographie, klarem Fahrplan und gut zugänglichen Bahnhöfen — ohne die Hektik der Schnellfahrstrecken, aber mit der vollen Dichte eines elektrifizierten Mischverkehrs.